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Was ist Objektakquise? Bedeutung, Wege und Ablauf für Makler

Malte-Valentin Gründer7 Min. Lesezeit

Was ist Objektakquise bei Immobilienmaklern?

Objektakquise ist die Gewinnung von Immobilien, die ein Makler im Auftrag des Eigentümers vermarkten darf. Gemeint ist die gesamte Arbeit vom ersten Kontakt mit einem Eigentümer bis zum unterschriebenen Maklerauftrag, im Idealfall als Alleinauftrag. Ohne Objekte gibt es keine Exposés, keine Besichtigungen und keine Provision. Deshalb gilt die Objektakquise im Maklerbüro als die Aufgabe, von der alle anderen abhängen.

Der Begriff wird oft mit der Käufersuche verwechselt. Käufer bringen Portale und Empfehlungen meist von allein, knapp sind die Verkaufsaufträge. Wer regelmäßig neue Objekte hereinholt, wählt aus und kann Provision und Auftragsart verhandeln. Wer auf Zufall wartet, nimmt jedes Objekt, das kommt, auch das schwierige.

Die Objektakquise ist ein Teil des gesamten Marketings für Immobilienmakler, und zwar der Teil, der direkt über den Umsatz der nächsten Monate entscheidet.

Bedeutung: Was zur Objektakquise gehört

Zur Objektakquise zählen drei Aufgaben, die oft vermischt werden:

  • Sichtbarkeit: Eigentümer müssen Ihren Namen kennen, bevor sie verkaufen wollen.
  • Kontakt: Aus Interessenten werden Gespräche, etwa über eine Bewertungsanfrage, einen Anruf auf Empfehlung oder einen Termin nach einer Anzeige.
  • Abschluss: Im Erstgespräch und bei der Objektbewertung entsteht der Maklerauftrag.
  • Wer nur an den dritten Punkt denkt, optimiert das Gespräch und hat zu wenige Gespräche. Wer nur den ersten Punkt bedient, hat Reichweite ohne Aufträge. Alle drei Teile müssen zusammenpassen.

    Wer ist das Ziel der Objektakquise?

    Zielgruppe sind Eigentümer, die ihre Immobilie in absehbarer Zeit verkaufen könnten oder müssen. Die Anlässe sind meist Lebenssituationen:

  • Erbschaft: Die geerbte Immobilie wird nicht selbst genutzt, ein Erbe wohnt weit entfernt, oder eine Erbengemeinschaft will sich auseinandersetzen.
  • Trennung und Scheidung: Gemeinsames Eigentum muss aufgeteilt oder verwertet werden.
  • Verkleinerung: Die Kinder sind ausgezogen, das Haus ist zu groß geworden, ein Umzug in eine Wohnung oder in betreutes Wohnen steht an.
  • Umzug und Beruf: Ein Arbeitsplatzwechsel oder ein Umzug in eine andere Stadt macht die bisherige Immobilie überflüssig.
  • Vermieter: Eigentümer vermieteter Objekte denken über Verkauf nach, etwa wegen Sanierungsbedarf oder Ruhestand.
  • Wer diese Anlässe kennt, kann Ansprache und Angebot darauf ausrichten. Ein Eigentümer nach einer Erbschaft braucht andere Informationen als ein Ehepaar im Ruhestand. Wie sich das in Anzeigen umsetzen lässt, zeigt der Artikel zu Meta Ads für Immobilienmakler.

    Objektakquise und Alleinauftrag

    Das Ziel der Objektakquise ist ein Auftrag, am besten ein Alleinauftrag. Makler unterscheiden zwischen einfachem Auftrag und Alleinauftrag. Beim Alleinauftrag vermarktet nur ein Makler das Objekt, und die Absprache dazu steht im Vertrag. Der Makler kann damit planen, Geld in Exposé, Fotos und Werbung investieren und das Objekt gezielt vermarkten. Beim einfachen Auftrag können mehrere Makler parallel arbeiten, und der Aufwand ist schwerer zu rechtfertigen. Deshalb wird die Akquise in vielen Büros erst als gelungen gezählt, wenn aus dem Erstgespräch ein Alleinauftrag wird.

    Die Wege der Objektakquise im Überblick

    Man kann die Wege nach zwei Achsen ordnen: Geht der Eigentümer auf Sie zu (passiv) oder Sie auf ihn (aktiv)? Und läuft es offline oder online ab?

    Passive Wege: Der Eigentümer meldet sich

  • Empfehlungen: Zufriedene Verkäufer, Nachbarn, Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte nennen Ihren Namen.
  • Bewertungsanfragen: Der Eigentümer fragt über Ihre Website oder ein Portal nach dem Wert seiner Immobilie.
  • Ruf vor Ort: Ein Verkaufsschild an einem Objekt, über das Nachbarn sprechen, bringt Anrufe von Menschen, die ähnliche Gedanken haben.
  • Passive Wege liefern Eigentümer, die schon Vertrauen mitbringen. Sie lassen sich schwer steuern. Wie viele Anfragen im nächsten Quartal kommen, weiß vorher niemand.

    Aktive Wege offline

  • Briefe und Flyer: Persönliche Briefe, Nachbarschaftsschreiben nach einem Verkauf, Postwurf in Straßen mit passender Bebauung.
  • Netzwerkarbeit: Regelmäßiger Austausch mit Erbrechtsanwälten, Steuerberatern, Hausverwaltungen und Banken.
  • Veranstaltungen: Vorträge zu Erbschaft, Immobilienverkauf im Alter oder Bewertung.
  • Telefon: Kaltanrufe bei Eigentümern. Hier gilt eine klare Rechtslage, die der Artikel zur Kaltakquise für Immobilienmakler erklärt.
  • Aktive Wege online

  • Meta Ads: Anzeigen auf Facebook und Instagram, die Eigentümer in einer Verkaufssituation ansprechen, zum Beispiel nach einer Erbschaft.
  • Social Media und Content: Beiträge, Videos und Beispiele aus der Region, die Eigentümern zeigen, wie Sie arbeiten.
  • Eigene Website: Eine Seite mit Bewertungsangebot, die auf die Frage „Was ist mein Haus wert?" antwortet.
  • Jeder Weg hat andere Kosten und eine andere Vorlaufzeit. Briefe wirken innerhalb von Tagen, Netzwerke brauchen Monate bis Jahre. Eine Übersicht mit Aufwand und Eignung finden Sie in den Ideen zur Objektakquise.

    Der Ablauf: Vom Erstkontakt zum Alleinauftrag

    Unabhängig vom Weg läuft die Akquise in den gleichen Schritten ab. Wer sie kennt, sieht, wo Aufträge verloren gehen.

    Schritt 1: Erstkontakt

    Der Eigentümer meldet sich oder reagiert auf Ihre Ansprache. In dieser Phase zählt die Antwortzeit. Wer Stunden braucht, wo der Mitbewerber Minuten braucht, wird oft nicht mehr zurückgerufen.

    Schritt 2: Klärung am Telefon

    Ein kurzes Gespräch klärt vier Dinge: Welche Immobilie ist es? In welcher Situation befindet sich der Eigentümer? Bis wann soll verkauft werden? Wer entscheidet mit? So trennen Sie ernsthafte Verkäufer von Neugierigen, bevor Sie Anfahrtszeit investieren.

    Schritt 3: Besichtigung und Bewertung

    Vor Ort sehen Sie das Objekt und lernen den Eigentümer kennen. Die Bewertung begründen Sie nachvollziehbar mit Vergleichsobjekten und Lage. Ein Preis ohne Begründung wirkt beliebig.

    Schritt 4: Vermarktungskonzept vorstellen

    Eigentümer wollen wissen, was nach der Unterschrift passiert: Exposé, Fotos, Besichtigungen, Verhandlung, Notar. Zeigen Sie den Ablauf und nennen Sie, was Sie wann tun.

    Schritt 5: Auftrag und Auftragsart

    Hier fällt die Entscheidung über Alleinauftrag oder einfachen Auftrag. Wie Sie den Alleinauftrag begründen, steht im Artikel Alleinauftrag gewinnen.

    Schritt 6: Nachfassen bei Zögern

    Viele Eigentümer antworten beim ersten Termin mit „Wir überlegen noch". Ein freundliches Nachfassen nach einigen Tagen mit einem konkreten Angebot, etwa einer Frage zum Zeitplan, holt mehr Aufträge als ein einmaliger Termin.

    Ein Rechenbeispiel zur Orientierung

    Die folgenden Zahlen sind angenommen und ersetzen keine Auswertung Ihres Büros. Angenommen, Sie führen im Monat 12 Erstgespräche mit verkaufsbereiten Eigentümern und gewinnen aus jedem vierten Gespräch einen Auftrag. Dann sind das 3 Aufträge im Monat. Verbessern Sie das Nachfassen und gewinnen aus jedem dritten Gespräch einen Auftrag, sind es 4. Der Unterschied entsteht ohne zusätzliche Werbung. Messen Sie deshalb in Ihrem Büro, wie viele Gespräche zu Aufträgen führen. Erst mit dieser Zahl lässt sich rechnen, wie viele Anfragen Sie brauchen.

    Typische Fehler in der Objektakquise

  • Nur ein Kanal: Wer nur auf Empfehlungen setzt, hat keine Planungssicherheit. Wer nur auf Anzeigen setzt, hat kein Netzwerk im Rücken.
  • Keine Zahlen: Ohne Erfassung von Anfragen, Terminen und Aufträgen je Quelle weiß niemand, was funktioniert.
  • Langsame Reaktion: Anfragen warten auf Rückruf, während Eigentümer parallel mehrere Makler anschreiben.
  • Preis ohne Begründung: Ein zu hoher Preis gewinnt den Auftrag und verliert später das Vertrauen. Ein zu niedriger Preis verschenkt Provision.
  • Kein Nachfassen: Das Angebot liegt beim Eigentümer, und niemand meldet sich mehr.
  • Rechtslage ignoriert: Werbeanrufe bei Privatpersonen ohne Einwilligung und Werbung trotz Hinweis am Briefkasten bergen Abmahnrisiken.
  • Welcher Weg passt zu welchem Büro?

    Eine einfache Faustregel hilft bei der Auswahl: Je weniger Zeit Sie haben, desto eher lohnt sich ein Kanal, der ohne Ihr Zutun läuft oder von Dritten betreut wird. Je mehr Zeit Sie haben, desto besser eignen sich Netzwerk, Veranstaltungen und persönliche Briefe.

  • Einzelmakler oder kleines Büro mit wenig Zeit: Empfehlungen systematisch einholen, ein Bewertungsangebot auf der Website pflegen, einen digitalen Kanal betreuen lassen.
  • Büro mit Mitarbeitern im Innendienst: Briefe und Nachbarschaftsschreiben, Nachfassen mit festem Ablauf, Auswertung der Quellen.
  • Büro mit starkem lokalem Ruf: Netzwerk, Veranstaltungen und Empfehlungen ausbauen, ergänzend Anzeigen schalten, damit das Büro nicht von wenigen Quellen abhängt.
  • Eine Prüfung hilft in jedem Fall: Notieren Sie für die letzten fünf Aufträge, woher der Kontakt kam. Das zeigt, welcher Weg bei Ihnen bereits funktioniert und welcher fehlt.

    Wo Sie anfangen

    Beginnen Sie mit einem Kanal, der zu Ihrer Zeit passt, und messen Sie drei Monate lang, wie viele Gespräche und Aufträge entstehen. Weitere Ansätze für den Einstieg beschreiben die Artikel Immobilienmakler Kunden gewinnen und Tippgeber-Programm für Makler.

    Nächster Schritt: Wie digitale Eigentümerakquise bei Gründer Marketing aufgebaut ist, steht auf der Seite Objektakquise für Immobilienmakler. Dort können Sie ein kostenloses Analysegespräch vereinbaren.

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