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Immobilien-Leads kaufen: Kosten, Anbieter, Erfahrungen

Malte-Valentin Gründer7 Min. Lesezeit

Lohnt es sich, Immobilien-Leads zu kaufen?

Ob sich gekaufte Immobilien-Leads lohnen, entscheidet sich an den Kosten je Alleinauftrag, die Sie aus Preis je Lead, Terminquote und Abschlussquote errechnen. Der Preis je Kontakt allein sagt wenig, denn viele Leads erreichen nie ein Bewertungsgespräch. Wichtig sind außerdem die Fragen, ob mehrere Makler denselben Kontakt erhalten und ob der Eigentümer in die Ansprache durch Sie eingewilligt hat.

Dieser Ratgeber zeigt die vier gängigen Modelle, die Prüfkriterien für Anbieter und einen Rechenweg, mit dem Sie Angebote vergleichen können.

Die vier Modelle im Überblick

Wer Eigentümer-Anfragen einkauft oder aufbaut, begegnet in der Praxis vier Wegen.

Modell 1: Geteilte Leads vom Lead-Verkäufer

Ein Anbieter sammelt Kontakte von Verkaufsinteressenten und gibt sie an mehrere Makler in der Region weiter. Der Preis je Lead ist meist niedriger, weil sich mehrere Käufer die Kosten teilen. Dafür konkurrieren Sie ab der ersten Minute mit anderen Büros um denselben Eigentümer. Wer zuerst anruft und die überzeugendere Bewertung liefert, bekommt den Termin.

Modell 2: Exklusive Leads vom Lead-Verkäufer

Hier garantiert der Anbieter, dass er den Kontakt nur an ein Büro je Region verkauft. Das senkt den Wettbewerbsdruck. Prüfen Sie im Vertrag genau, was „exklusiv" bedeutet: gilt die Exklusivität für das Postleitzahlgebiet, für die Stadt, für einen Zeitraum? Und woher stammt der Kontakt?

Modell 3: Leads aus Bewertungsrechnern

Manche Bewertungsportale bieten Eigentümern eine kostenlose Online-Einschätzung an und geben die Kontaktdaten an Makler weiter. Ein Ratgeber des Portals uamr.de beschreibt, dass manche Plattformen die Daten an regionale Maklerpartner weiterleiten, sodass mehrere Makler dieselben Kontaktdaten erhalten können.

Quelle: uamr.de, Immobilienbewertung online: Seriosität der Rechner, https://www.uamr.de/immobilienbewertung-online-seriositaet-rechner/, Stand Oktober 2026 (Artikel ohne Veröffentlichungsdatum, Zahlen laut Text aus 2025 und 2026).

Die Verkaufsabsicht dieser Eigentümer ist sehr unterschiedlich. Manche wollen verkaufen, viele wollen nur wissen, was ihr Haus wert ist. Mehr dazu im Beitrag Immobilienbewertung als Leadmagnet.

Modell 4: Eigene Kampagnen

Sie schalten selbst oder mit einer Agentur Anzeigen, etwa auf Facebook und Instagram, und die Anfragen landen direkt bei Ihnen. Kein anderer Makler sieht diese Kontakte. Dafür tragen Sie das Werbebudget und die Betreuung, und die ersten Anfragen brauchen Anlaufzeit. Gründer Marketing nennt auf der Seite Meta Ads für Immobilienmakler als Richtwert aus laufenden Kampagnen Kosten von 30–60 € je qualifiziertem Lead, abhängig von Region, Budget und Objektsegment. Das ist ein Richtwert aus Kundenprojekten von Gründer Marketing und kein Marktdurchschnitt.

Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

Exklusivität schriftlich klären

Fragen Sie ausdrücklich: An wie viele Büros geht dieser Lead? Wie lange gilt die Sperre für andere Makler? Lassen Sie sich die Antwort in den Vertragsbedingungen zeigen. Das Wort „exklusiv" in einem Verkaufsprospekt genügt als Beleg nicht.

Einwilligung und Datenschutz

Telefonische Werbung gegenüber Verbrauchern ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG nur mit deren vorheriger ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Für Werbe-E-Mails verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ebenfalls eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten, mit der Ausnahme für Bestandskunden in § 7 Abs. 3 UWG. Private Eigentümer sind in aller Regel Verbraucher.

Quelle: Gesetze im Internet, § 7 UWG, https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__7.html, Stand Oktober 2026.

Daraus folgen konkrete Fragen an den Anbieter:

  • Nachweis: Kann der Anbieter für jeden Lead belegen, wann und mit welchem Wortlaut der Eigentümer eingewilligt hat?
  • Reichweite: Deckt die Einwilligung die Ansprache durch Ihr Büro ab, oder nur eine allgemeine Weitergabe an Partner?
  • Kanal: Gilt sie für Anruf, E-Mail oder beides?
  • Widerruf: Wie erfahren Sie davon, wenn ein Eigentümer widerruft?
  • Die DSGVO verlangt, dass der Verantwortliche nachweisen kann, dass die betroffene Person eingewilligt hat (Art. 7 Abs. 1), und dass die Einwilligung jederzeit widerrufbar ist (Art. 7 Abs. 3). Bei der Erhebung muss gegebenenfalls über die Empfänger der Daten informiert werden (Art. 13 Abs. 1 Buchst. e).

    Quelle: Art. 7 und Art. 13 DSGVO, https://dejure.org/gesetze/DSGVO/7.html und https://dejure.org/gesetze/DSGVO/13.html, Stand Oktober 2026.

    Das ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie Vertrag und Einwilligungstext vor dem ersten Kauf anwaltlich prüfen.

    Qualität des Leads

    Fragen Sie nach der Herkunft: Stammt der Kontakt aus einem Formular mit Verkaufsabsicht, aus einem Bewertungsrechner oder aus einer Gewinnspielaktion? Fragen Sie nach Pflichtfeldern wie Objektart, Lage und gewünschtem Verkaufszeitraum. Je mehr der Eigentümer vorab angegeben hat, desto besser können Sie das Erstgespräch vorbereiten.

    Rückgabe und Gutschrift

    Klären Sie vor dem Kauf, was mit falschen Telefonnummern, doppelten Kontakten oder Eigentümern passiert, die gar nicht verkaufen wollen. Manche Anbieter gewähren Gutschriften, andere schließen jede Rückgabe aus. Beides ist zulässig, aber Sie sollten es vorher wissen.

    Preise und Erfahrungen

    Konkrete Preisangaben deutscher Anbieter für Eigentümer-Leads haben wir nicht übernommen, weil sie sich je Region und Vertragsmodell unterscheiden und sich häufig ändern. Fordern Sie von jedem Anbieter eine aktuelle Preisliste und Referenzen von Büros in ähnlichen Märkten an. Sprechen Sie mit mindestens einem Makler, der dort bereits kauft.

    So rechnen Sie die Kosten je Alleinauftrag

    Der Preis je Lead ist nur der erste Schritt. Die Formel lautet: Gesamtkosten geteilt durch die Zahl der gewonnenen Alleinaufträge.

    Das folgende Beispiel ist ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Annahmen, keine Marktdaten.

    Rechenbeispiel A: Geteilter Lead

    Angenommen, Sie kaufen 100 geteilte Leads zu je 40 €. Das kostet 4.000 €. Von den 100 Kontakten erreichen Sie 40 am Telefon. Aus diesen werden 10 Bewertungstermine, und Sie gewinnen 2 Alleinaufträge. Dann kostet ein Alleinauftrag 2.000 €, ohne Ihre Arbeitszeit.

    Rechenbeispiel B: Exklusiver Lead

    Angenommen, Sie kaufen 100 exklusive Leads zu je 90 €. Das kostet 9.000 €. Sie erreichen 60 Eigentümer, führen 20 Bewertungstermine und gewinnen 5 Alleinaufträge. Dann kostet ein Alleinauftrag 1.800 €.

    Der teurere Lead kann günstiger sein, wenn er häufiger zum Termin führt. Es kann auch umgekehrt laufen. Ihre eigenen Quoten kennen Sie erst nach einem Testlauf.

    Rechenbeispiel C: Eigene Kampagne

    Angenommen, Werbebudget und Betreuung kosten zusammen 3.000 € im Monat, und Sie gewinnen daraus 3 Alleinaufträge. Dann kostet ein Alleinauftrag 1.000 €. Bei der eigenen Kampagne zählen auch die Anlaufmonate: Rechnen Sie über mindestens drei Monate, damit der Anlauf einfließt.

    Was in die Rechnung gehört

  • Kaufpreis der Leads oder Werbebudget
  • Betreuungskosten der Agentur oder der Plattform
  • Arbeitszeit für Erstkontakt, Nachfassen und Bewertungstermine
  • Zahl der Termine und Zahl der Alleinaufträge
  • Setzen Sie die Kosten je Alleinauftrag ins Verhältnis zu Ihrer durchschnittlichen Provision aus einem Alleinauftrag. Erst dieser Vergleich zeigt, welches Modell sich für Ihr Büro rechnet.

    Welches Modell passt zu welchem Büro?

    Die Wahl hängt von drei Dingen ab: wie schnell Ihr Team Anfragen bearbeiten kann, wie viel Budget Sie für einen Testlauf einplanen und wie lange Sie auf Ergebnisse warten können. Ein Büro mit zwei Personen, die tagsüber bei Besichtigungen sind, kommt mit einer Flut geteilter Leads schlecht zurecht. Dort funktioniert ein gleichmäßiger Zufluss aus einer eigenen Kampagne meist besser, weil Sie die Menge über das Budget steuern.

    Geteilte Leads eignen sich zum Testen, wenn Sie schnell telefonieren können und ein Team haben, das sofort nachfasst. Exklusive Leads passen, wenn Ihr Gebiet klar abgegrenzt ist und der Anbieter die Exklusivität belegt. Eigene Kampagnen lohnen sich für Büros, die planbar Eigentümer-Anfragen über Monate aufbauen möchten und die Kontakte langfristig selbst nachfassen wollen.

    Einen Überblick über alle Kanäle der Leadgewinnung bietet der Beitrag Leadgenerierung für Immobilienmakler. Der Hauptratgeber Marketing für Immobilienmakler ordnet die Kanäle in ein Gesamtkonzept ein.

    Nächster Schritt

    Legen Sie für Ihr Büro die Quoten fest: Wie viele Leads erreichen Sie, wie viele werden zum Termin, wie viele zum Alleinauftrag? Mit diesen drei Zahlen lässt sich jedes Angebot vergleichen. Wie exklusive Eigentümer-Leads aus eigenen Meta-Kampagnen aussehen, zeigt die Seite Eigentümer-Leads.

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